© blog.oxforddictionaries.com

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Die E-Zigarette ist längst im Hier und Jetzt angekommen – nach einem Jahresumsatz von 100 Mio. Euro im Jahr 2013 rechnen die Experten des Verbands des eZigarettenhandels in diesem Jahr mit bis zu doppelt hohen Umsätzen. Dass das Dampfen nun ein Teil des „Zeitgeistes“ geworden ist, haben die Autoren der Oxford Dictionaries bewiesen: Sie haben das Wort „vape“ (deutsch: Dampf, dampfen) zum „Oxford Dictionaries Word of the Year 2014“ gewählt.

„vape“: Ein junger Eintrag

Im August 2014 wurde die englische Entsprechung für das deutsche „Dampfen“ in der Onlineversion der Oxford Dictionaries aufgenommen. Hier finden Sie folgende Einträge:

vape, verb

Inhale and exhale the vapour produced by an electronic cigarette or similar device

Übersetzung: Den durch eine elektronische Zigarette oder ein vergleichbares Gerät erzeugten Dampf einatmen und ausatmen

vape, noun

An electronic cigarette or similar device; an act of inhaling and exhaling the vapour produced by an electronic cigarette or similar device

Übersetzung: Eine elektronische Zigarette oder ein vergleichbares Gerät; ein Vorgang, bei dem der durch eine elektronische Zigarette oder ein vergleichbares Gerät erzeugte Dampf eingeatmet und ausgeatmet wird

Im Oxford English Dictionary (OED) ist das Wort bisher nicht aufgenommen. Es wird aber bereits geplant, es in Zukunft aufzunehmen.

Die Herkunft des Wortes „vape“

Die Autoren der Oxford Dictionaries haben zurückverfolgt, woher das Wort „vape“ stammt und wie sich dessen Nutzung entwickelt hat. Es scheint zum ersten Mal in den frühen 1980er Jahren aufgetaucht zu sein, als der Autor Rob Stepney es 1983 in einem Artikel mit dem Titel „Why do People Smoke“ verwendet hatte. Er beschrieb damit ein hypothetisches Gerät, das erfunden werden könnte, mit den Worten „an inhaler or ‘non-combustible‘ cigarette, looking much like the real thing, but … delivering a metered dose of nicotine vapour. (The new habit, if it catches on, would be known as vaping.)“

Erst um 2009 tauchte das Wort wieder im allgemeinen Sprachgebrauch auf, bis der Gebrauch schließlich explodierte – die Nutzung verdoppelte sich alleine von 2013 auf 2014. Verantwortlich dafür war die noch immer andauernde Diskussion um die Risiken und Chancen der E-Zigarette sowie um die Legalisierung oder Einschränkung von deren Nutzung.

Das Dampfen schließt die begriffliche Lücke, die die E-Zigarette hinterlässt. Das Verb „rauchen“ wäre hier nicht zutreffend, da kein Verbrennungsvorgang stattfindet.

Warum nun eigentlich „vape“?

Was dazu geführt hat, dass „vape“ zum Wort des Jahres gewählt wurde, erklärte Judy Pearsall, die Chefredakteurin des Oxford Dictionaries: Nachdem das Dampfen inzwischen dank dampfender Prominenter wie Lindsay Lohan and Barry Manilow alltagstauglich geworden sei und die öffentliche Diskussion um die Gefahren und den Bedarf nach Regulierung anhielte, hätte die Verwendung des Wortes „vape“ und verwandter Begrifflichkeiten 2014 eine spürbare Erhöhung gezeigt.

Viele verwandte Begriffe

Dass das Dampfen von einiger Bedeutung ist, zeigt sich auch daran, dass es weitere damit verknüpfte Begriffe gibt, die sich immer mehr in den Sprachgebrauch integrieren, beispielsweise:

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  • vape pen: E-Zigarette
  • vape shop: Geschäft, das E-Zigaretten und Zubehör verkauft
  • e-juice: Liquid
  • carto: Kurzform von Cartomizer
  • vaporium: Ort, an dem E-Zigaretten gedampft werden dürfen oder an dem man Zubehör für Dampfer kaufen kann

Neu ist außerdem, dass die klassische „cigarette“ nun häufiger als „tobacco cigarette“ bezeichnet wird. Noch vor wenigen Jahren war diese Information in Ermangelung von Zigaretten ohne Tabak überflüssig – jetzt hat sie aber durchaus eine Daseinsberechtigung.

Gegen diese Auswahl hat sich „vape“ durchgesetzt

Nominiert für die Auszeichnung „Wort des Jahres“ waren ursprünglich folgende Wörter:

  • bae: Dieses Nomen ist eine Kurzform von „baby“ oder „babe“ als Kosenamen für den Liebespartner und kommt überwiegend in den Texten von Hip-Hop- und R&B-Musik vor.
  • budtender: Als budtender bezeichnet man in den USA Menschen, die legales Marihuana verkaufen, nachdem es dort in mehreren Staaten, zuletzt in Alaska und Oregon erlaubt wurde. Es ist eine Mischung aus „bud“ (umgangssprachlich für Marihuana) und „tender“ (ein Teil von „bartender“).
  • contactless: Dieses Wort bezieht sich auf Technologien zum berührungslosen Bezahlen über ein Smartphone oder eine Chipkarte.
  • indyref: Dieses Wort ging im Einklang mit der Volksabstimmung über die schottische Unabhängigkeit am 18. September 2014 einher und erlangte insbesondere als Hashtag über Twitter an Bedeutung.
  • normcore: Als normcore bezeichnet man Menschen, die sich absichtlich unmodisch kleiden. Der Begriff ist vor allem in Blogs und Magazinen verbreitet.
  • slacktivism: Dieser Begriff deckt alle Aktivitäten im Internet ab, mit denen man einen politischen oder sozialen Zweck unterstützt. 2014 erhielt beispielsweise die sogenannte „Ice Bucket Challenge“ große Aufmerksamkeit.
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Die „Words of the Year“ der vergangenen Jahre

„vape“ fügt sich 2014 in eine Reihe aus Wörtern, die den Zeitgeist geprägt haben und deshalb einer besonderen Würdigung bedürfen. In den letzten Jahren gab es folgende „Words of the Year“ (UK / US):

  • 2013: selfie
  • 2012: omnishambles / GIF (verb)
  • 2011: squeezed middle
  • 2010: big society / refudiate
  • 2009: simples / unfriend
  • 2008: credit crunch / hypermiling
  • 2007: carbon footprint / locavore
  • 2006: bovvered / carbon-neutral
  • 2005: sudoku / podcast
  • 2004: chav