© istock.com/gmutlu

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Die schier unendliche Diskussion um die E-Zigarette zwischen Befürwortern und Gegnern hält weiterhin an. Eine neue Nuance brachte jetzt der Lungenfacharzt Prof. Dr. Christian Schulz aus Regensburg in einem Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung ins Spiel: Die E-Zigarette soll das Risiko, an einem Tumor zu erkranken, senken. Könnte diese Erkenntnis endlich die Wende in der Endlos-Diskussion bringen?

Geringeres Risiko als normale Nikotin-Zigaretten

Der Arzt gab an, dass sich das Risiko für die Entstehung eines Tumors durch die Verwendung der E-Zigarette verglichen mit der herkömmlichen Zigarette deutlich absenke. Verantwortlich hierfür sei der Verzicht auf den Verbrennungsvorgang mit den dabei entstehenden, gefährlichen Substanzen. Schulz verrät: „Es [das Tumorrisiko] verringert sich gegenüber der normalen Zigarette und deren Verbrennungsprodukte um den Faktor 10 bis 450.“

Der Lungenfacharzt ist sicher, dass ein nikotinabhängiger Raucher von Tabakzigaretten in der E-Zigarette eine deutlich weniger schädliche Alternative findet. Dies führt er auf die extrem geringe Emissionsrate zurück. Zudem stellt er fest, dass die Belastung anderer Menschen durch „Passivdampf“ deutlich geringer sein dürfte. Konkret geht er sogar davon aus, dass das erhöhte Risiko nicht messbar sei.

Die erhöhte Gefahr, als Passivraucher aufgrund der Rauchbelastung eher an Lungenkrebs zu erkranken, wäre damit vorerst gebannt. Für Nichtraucher wäre die E-Zigarette somit eine positive Entwicklung.

Restrisiko kann nicht ausgeschlossen werden

Natürlich verkennt der Lungenfacharzt auch die möglichen Auswirkungen nicht, die das Verdampfen von Propylenglycol haben könnte. Zwar ist derzeit nur bekannt, dass es eine vorübergehende, leichte Verengung der Atemwege zur Folge haben kann. Ob langfristige Schädigungen zu erwarten sind, weiß allerdings auch der Experte mangels fundierten Studienmaterials nicht zu beantworten. Ein Restrisiko bleibt also, solange es keine Langzeitstudien zur E-Zigarette gibt.

© istock.com/Rasoft74

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E-Zigarette als Einstieg in das Rauchen für Jugendliche?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) lässt jedes Jahr durch die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) eine Erhebung zur Nutzung der E-Zigarette durchführen. Die erst kürzlich herausgegebenen Ergebnisse zeigten, dass insbesondere Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren die E-Zigarette ausprobieren. Die Umfrage beweist, dass fast jeder Jugendliche die E-Zigarette kennt und jeder vierte sie im Jahr 2014 mindestens einmal ausprobiert hat.

Kritiker sehen die Gefahr, dass die Jugendlichen dabei den Vorgang des Rauchens schon im Kindes- und frühen Jugendalter einüben und so die „Raucher von morgen“ herangezüchtet werden. Abgesehen davon, dass nicht erforscht ist, wie sich Propylenglycol im Körper eines Kindes auswirkt, ist die Gefahr natürlich groß, dass die jugendlichen Raucher von E-Zigaretten später auf Tabakzigaretten umsteigen.

Eines übersehen die Kritiker allerdings: Viele dieser Jugendlichen hätten das Rauchen ohnehin ausprobiert. Sie hätten dann allerdings mit den noch viel schädlicheren Tabakzigaretten angefangen und ihre noch jungen Körper sofort mit tausenden Schadstoffen verseucht. Auch wenn die E-Zigarette vielleicht für Jugendliche einen vereinfachten Zugang darstellt – immerhin sorgt sie dafür, dass die Jugendlichen mit normalen Tabakzigaretten entweder erst später oder vielleicht sogar überhaupt nicht anfangen und ihrer Gesundheit somit deutlich weniger Schaden zufügen. Dies gilt umso mehr, je jünger die jugendlichen Raucher sind, denn solange sie sich im Wachstum befinden sind sie deutlich anfälliger für Schädigungen durch Zigaretten

Wir als E-Zigaretten Händler können aufgrund unserer Aufzeichnungen nicht bestätigen, dass Jugendliche großes Interesse an E-Zigaretten verzeichnen. Ebenso erhalten wir keine Anfragen von Minderjährigen – weder im Online- noch in unserem Offline-Store. Selbstverständlich unterstützen wir jegliche Forderungen in Punkto Jugendschutz und sind nicht daran interessiert, unsere Produkte an Personen unter dem 18.ten Lebensjahr zu vertreiben.

Geringeres Tumorrisiko? Die Sicht des DKFZ

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum hat sich im Juni 2014 zur E-Zigarette geäußert. Neben einer Schilderung der theoretisch – mangels Gegenbeweis – möglichen Nebenwirkungen räumten die Experten für Krebs und Tumore ein, dass E-Zigaretten weniger schädlich seien als herkömmliche Zigaretten. Würden Zigarettenraucher komplett auf E-Zigaretten umsteigen, wäre laut der Experten des Instituts davon auszugehen, dass sich das Gesundheitsrisiko für die Raucher senken würde.

Ende der Diskussion: nicht in Sicht

Vermutlich wird sich die Diskussion rund um die E-Zigarette noch länger hinziehen, auch wenn es allmählich erste Einsichten seitens der Experten zu geben scheint. Solange es jedoch kein fundiertes und belastbares Material aus langfristigen Studien gibt, werden beide Lager immer wieder neue Ansätze finden, um das Feuer des Streits am Lodern zu halten.