© istock.com/ sergio34

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Schreckensmeldungen von einer gesundheitsschädlichen und sogar krebserregenden Wirkung der E-Zigarette geistern seit Donnerstag durch die weltweiten Medien. Die Medienschlacht gegen das immer beliebter werdende Dampfen erreicht einen neuen Höhepunkt, nachdem ein japanischer Forscher herausgefunden haben will, dass die Formaldehyd-Konzentration in Liquids mitunter zehnmal so hoch sein kann wie die in der herkömmlichen Tabakzigarette. Mr. Smoke hat sich für Sie schlau gemacht, was hinter der unglaublichen Meldung steckt.

Was die Medien in diesen Tagen berichten

Wie verschiedene große, deutsche Medien berichten, haben japanische Forscher fünf Liquids vom japanischen Markt auf ihre Inhaltsstoffe hin untersucht, die bei 15 (durch eine Maschine simulierten) Zügen freigesetzt werden. Im Ergebnis seien angeblich „dramatisch mehr krebserregende Stoffe […] als in Tabak“ gefunden worden, wie der Focus berichtet. Die Wissenschaftler stellten fest, dass es in den Liquids sogar mehr krebserregende Stoffe als in klassischem Tabak gebe. Bei einer Marke war die Konzentration von Formaldehyd zehnmal so hoch wie bei herkömmlichen Tabakzigaretten. Aber auch andere Stoffe, die als krebserregend gelten, seien gefunden worden, darunter Acetaldehyd, Glyoxal, Acrolein und Methylglyoxal. Diese Aussagen stützten sich auf eine Studie im Auftrag des japanischen Gesundheitsministeriums, die erst am vergangenen Donnerstag in Tokio veröffentlicht worden war.

Irreführende Medienberichterstattung

Bisher hörte man ja eher positive Nachrichten, die aufzeigten, inwiefern die Schadstoffbelastung bei E-Zigaretten deutlich niedriger als bei Zigaretten ausfalle. Dementsprechend unverständlich sind die jetzt publizierten Ergebnisse. Auch das englischsprachige E-Zigaretten-Magazin ecigarette-research.com hat sich mit der Studie und ihren Ergebnissen auseinandergesetzt. Dr. Farsalinos, der für das Magazin schreibt, hat sich mit dem Wissenschaftler Naoki Kunugita in Verbindung gesetzt, der am „Department of Environmental Health-National Institute of Public Health“ in Japan forscht. Er erklärte, dass lediglich in einer der getesteten Marken eine zehnmal so hohe Konzentration an Formaldehyd wie in einer normalen Zigarette zu finden war.

Während allerdings die Medien über Karzinogene (im Plural!) berichteten, ist in dem der Berichterstattung zugrunde liegenden Bericht nur von Formaldehyd die Rede. Noch dazu handelt es sich dabei um einen Stoff, der heutzutage nahezu überall präsent ist, ob in der Umwelt, im eigenen Zuhause und sogar in Kleidung. Schon alleine aufgrund dieser von den Medien dazu erfundenen mehreren Karzinogenen ist die vorherrschende Berichterstattung bereits irreführend.

Widersprüchliches Zahlenmaterial

Auf seine Quellen hin befragt, legte der japanische Forscher seine Bezugsstudien offen. So bezog er sich unter anderem auf eine Analyse von 13 japanischen Marken, bei der es um die Freisetzung von Carbonylen durch E-Zigaretten ging. Diese Analyse wies als höchste Formaldehyd-Konzentration der getesteten Liquids 34 μg aus.

In einer Studie von kanadischen Forschern aus dem Jahr 2008 wurde die Konzentration an Formaldehyd in durchschnittlichem Zigarettenrauch erhoben. Im Durchschnitt lag sie bei 200 μg pro Zigarette; bei einzelnen Produkten bewegte sie sich aber sogar bei über 800 μg pro Zigarette. Daraus folgerte Dr. Farsalinos, dass eine E-Zigarette selbst im schlimmsten Fall sechsmal weniger Formaldehyd enthielte als eine durchschnittliche Tabakzigarette.

Er kritisierte außerdem die unwissenschaftliche Argumentation der Medien. Es ist üblich, in diesem Bereich mit Durchschnittswerten zu arbeiten. Der Durchschnittswert bei der Untersuchung der Liquids lag bei 4,2 μg pro zehn Züge. Dementsprechend wäre die Konzentration in einer normalen Zigarette sogar bis zu 50 Mal so hoch als bei Liquids.

Ein Einzelfall?

In einem weiteren Gespräch mit dem japanischen Forscher Professor Kunugita stellte sich heraus, dass er in einem neueren Test mit einem Gerät der neueren Generation tatsächlich eine Formaldehyd Konzentration von 1.600 μg pro 15 Züge gefunden hatte. Damit wäre die Schlagzeile aus den Medien von zehnmal höheren Werten untermauert. Allerdings scheint es sich dabei um einen Einzelfall aus einer Vielzahl von getesteten Produkten zu handeln. Zudem sind die zugehörigen Resultate bisher noch nicht veröffentlicht und halten somit einer Überprüfung noch nicht stand.

Dr. Farsalinos geht davon aus, dass bei diesem Einzelfall etwas schief gegangen sein muss, beispielsweise zu wenig Liquid im Behälter oder eine Fehlfunktion des Geräts.

Tipps für Verbraucher

Verbraucher, die jetzt in Hinblick auf die Sicherheit der E-Zigarette verunsichert sind, sollten die mediale Berichterstattung kritisch prüfen und abwarten, was die nächsten Wochen an neuen Erkenntnissen bringen. Bei Mr-Smoke erhalten Sie ausschließlich Liquids, die getestet wurden und denen eine Inhaltsangabe beiliegt. Verzichten Sie zur Sicherheit besser auf billige Imitate teurerer Markenprodukte und investieren Sie Ihrer Gesundheit zuliebe besser in hochqualitative Liquids von zertifizierten Anbietern.