Der „Daily Mirror“, die große und über die Grenzen bekannte britische Tageszeitung, veröffentlichte vergangene Woche auf seinem Online-Portal sehr interessante neue Erkenntnisse über die gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Dampfen von E-Zigaretten. Der Mirror bezieht sich dabei auf eine Studie, die von dem Tabakkonzern British American Tobacco in Auftrag gegeben wurde. Es sollte untersucht werden, ob und wie sich der Dampf einer E-Zigarette auf das menschliche Lungengewebe auswirkt. Dies wurde mittels eines Rauch-Roboters in Kombination mit künstlich repliziertem menschlichen Atemwegsgewebe getestet – heraus kamen Ergebnisse, die ein deutlich positives Licht auf das Dampfen von E-Zigaretten werfen!

These verifiziert: E-Zigaretten Dampf wirkt sich wie Luft auf menschliches Atemwegsgewebe aus

Basierend auf der gewagten These, dass das Einatmen nikotinhaltigen Dampfes so ungefährlich sei wie das Einatmen von Luft, gab der Tabakkonzern British American Tobacco die umfassende und aufwändige Studie in Auftrag. Die beauftragte MatTek Corporation ist eine, in der Herstellung von innovativen, 3D-rekonstruierten menschlichen Zellgewebs-Modellen, weltweit renommierte und führende Gesellschaft. Die Forscher kombinierten für ihre Untersuchungen und Laborexperimente das künstlich hergestellte menschliche Atemwegsgewebe mit einem “Smoking Robot”. Über ein Aerosol-Belichtungssystem konnten die, bisher von den E-Zigaretten-Gegnern als zellreizend eingeschätzten Potentiale von E-Zigaretten-Dampf objektiv bewertet werden.

Mithilfe des Rauch-Roboters wurde das Einatmen von konventionellem Tabakrauch, sowie dem Dampf zweier unterschiedlicher E-Zigaretten und einfacher verbrauchter Luft simuliert. Zellgewebe, welches 6 Stunden lang dem klassischen Tabakrauch ausgesetzt war, starb ab. Die Lungenzellen, die mit einer „aggressiven und kontinuierlichen Dosis“ von E-Zigaretten-Dampf in Berührung kamen, zeigten lediglich einen minimalen “Schaden”, der vergleichbar war mit jenem, den das Einatmen der Luft erzeugt hatte. Die immer wieder aufflammende Diskussion über Gesundheitsrisiken, welche durch das Dampfen von E-Zigaretten entstehen könnten und die angeblich enorme zellschädigende Wirkung konnte somit widerlegt werden.

Studienergebnisse E-Zigarettendampf so unbedenklich wie Luft

Quelle: eurekalert.org

Die Sprecherin des Unternehmens British American Tobacco erörtert gegenüber dem Mirror, welche Möglichkeiten die experimentelle Kombination des Rauch-Roboters mit dem reproduzierten menschlichen Zellgewebe eröffnet hat. Dadurch konnte im Labor eindrücklich nachgewiesen werden, dass das beim Dampfen entstehende Aerosol eben keine nennenswerten Auswirkungen auf das menschliche Atemwegsgewebe habe. Es gebe Pläne, weitere Tests mit dem Dampf einer größeren Vielfalt von E-Zigaretten-Modellen durchzuführen, um die wissenschaftlichen Ergebnisse mit weiteren Fakten zu verifizieren. Bisher fehlten allerdings festgelegte Standards für diese Art von Tests. Die Studien-Protokolle könnten aber in Zukunft bei der Entwicklung von Richtlinien für weitere Untersuchungen hilfreich sein, so die Sprecherin.

Viel heiße Luft um das Dampfen von E-Zigaretten

Seit Jahren herrscht eine hitzige Debatte über ein vermeintliches Gesundheitsrisiko, das durch das Dampfen von E-Zigaretten hervorgerufen werden soll. Viele Studien die seither veröffentlicht wurden, heben ein solches gesundheitliches Risiko hervor, ohne es mit Fakten zu benennen. Und das, obwohl sich die Experten im Allgemeinen darüber einig sind, dass das Dampfen viel weniger schädlich ist als das Rauchen von Zigaretten.

Dr. Michael Siegel, Professor an der School of Public Health der Boston University, begrüßt die neueste Studie als Beleg für die Unbedenklichkeit von E-Zigaretten. In einem vom Mirror veröffentlichten Zitat, unterstreicht er, dass der Forschung auf diesem Gebiet noch Grenzen gesetzt seien. Die Studie zeige aber deutlich, dass das Dampfen im Vergleich zum Rauchen viel risikoärmer sei. Er geht sogar noch weiter und appelliert an Organisationen des Gesundheitswesens und Anti-Tabak-Vereinigungen, Raucher zu ermutigen, auf das Dampfen umzusteigen. Für ihn sei dies ein wichtiger Schritt, den Nikotin-Markt zu revolutionieren und einen Sieg für die öffentliche Gesundheit zu erringen. Allerdings warnt der Gesundheitsexperte auch davor, dass überhitztes Nikotin-Liquid tatsächlich gefährliche Giftstoffe produzieren könne.
Vaping-Befürworter hatten indes Forschungsergebnisse als falsch kritisiert, die besagen, E-Zigaretten würden gefährliche, karziogene Substanzen ausstoßen. Der Grund für das Veto: Die nikotinhaltigen Liquids wurden bei den Versuchen viel zu hohen Temperaturen ausgesetzt, die beim Dampfen im Regelfall nicht zustande kommen. Ein berechtigter Einwand, wie auch wir von Mr-Smoke finden!

Forschungsergebnisse für Experten nicht überraschend

Tom Pruen, wissenschaftlicher Chef der Electronic Cigarette Industry Trade Association, zeigt sich gegenüber dem Mirror-Online zufrieden, weil er die Forschungsergebnisse für sehr genau hält und sie für ihn nicht überraschend sind. Er erwarte zwar, dass die Quelle der Forschung von Skeptikern kritisiert werde, betont aber, dass die von der Tabakindustrie beauftragten Studien stets von sehr hoher Qualität seien. Die Studienergebnisse des Tabakkonzerns British American Tobacco stimme zudem mit einer früheren, ihm bekannten überein. Damit setzt Pruen ein Zeichen, dass auch „notorische“ Kritiker sich in Zukunft unvoreingenommen mit dem Thema auseinandersetzen sollten.

Das Original zu dem kürzlich erschienen Artikel im Daily Mirror finden Sie hier. Eine wissenschaftlichere Zusammenfassung der Studienergebnisse wurde auf EurekAlert – The Global Source for Science News veröffentlicht.