Was ist dran am angeblichen Gateway-Effekt durch E-Zigaretten-Konsum?
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Was ist dran am angeblichen Gateway-Effekt durch E-Zigaretten-Konsum?

Falschmeldungen darüber, dass das Dampfen von E-Zigaretten einen angeblichen Gateway-Effekt mit sich bringen soll, sind fast schon an der Tagesordnung und tragen zu einer massiven Rufschädigung bei. Besonders Kinder- und Jugendliche seien demnach hochgradig gefährdet, dass sie durch den Konsum von elektrischen Zigaretten zum Rauchen herkömmlicher Tabakzigaretten verleitet würden. So der O-Ton radikaler E-Zigaretten-Gegner, dem faktisch allerdings jede Grundlage fehlt.

Gateway-Lüge über E-Zigaretten durch World Lung Foundation verbreitet

Trotz des Umstandes, dass es für diese Theorie keinerlei Studien oder wissenschaftlich fundierte Arbeiten gibt, die einen solchen Gateway-Effekt auch nur ansatzweise belegen könnten, tauchen in den Gazetten immer wieder angebliche Beweise für ihn auf. Zuletzt im beschaulichen Schottland: Via Twitter ließ die World Lung Foundation die Welt höchstpersönlich wissen, dass in einer neuen Studie bewiesen werden konnte, dass E-Zigaretten das spätere Rauchen von herkömmlichen Tabakzigaretten maßgeblich förderten. Große schottische Medienanstalten, allen voran die Edinburgh Evening News und The Scottish Sun, stürzten sich ebenfalls umgehend auf diese Meldung und titelten völlig unreflektiert: „E-Zigaretten animieren Schüler zum Rauchen“ und „Schottische Schüler benutzen E-Zigaretten als Einstieg zum Rauchen“!

Dr. Michael Siegel, Professor der Boston University School of Public Health mit 25-jähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Bekämpfung des Tabakkonsums, wurde voller Verwunderung auf diese Nachricht aufmerksam und überprüfte sie auf ihren Wahrheitsgehalt. Dabei stellte er fest, dass sie sich auf eine höchst fragwürdige Studie bezog, die gar keinen Beweis für die schockierende Meldung enthielt. Stattdessen basierte sie auf der bloßen Aussage eines 17-Jährigen, die sinngemäß lautete: „Ich denke, dass diejenigen, die E-Zigaretten benutzen, auch zu Konsumenten von Tabakzigaretten werden, nur um zu wissen, wie es sich anfühlt, und am Ende abhängig davon werden.“

Siegels scharfe Kritik gegenüber der World Lung Foundation ließ nicht lange auf sich warten. Für ihn ist das Verhalten der Organisation einfach nur peinlich und verantwortungslos. Als Reaktion auf die Falschmeldung veröffentlichte eine Richtigstellung zugunsten der E-Zigarette und empört sich über diese völlig unbegründete negative Meinungsmache: World Lung Foundation Disseminates Conclusion that E-Cigarettes are a Gateway to Smoking Based on a Bogus Study

Siegels Reaktion auf das peinliche E-Zigaretten-Gateway Lüge der World Lung Foundation

Sreenshot: Siegels Reaktion auf Gateway-Lüge | Quelle: twitter.com/mbsiegel

Auch Online-Umfrage der Universität Hamburg lässt keinerlei Rückschluss auf einen vermeintlichen E-Zigaretten-Gateway zu

Ziemlich zeitgleich zu der Falschmeldung der Lung World Foundation, wurde am 02. Dezember 2015 auf der 13. Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg ein Zwischenbericht zu einer wissenschaftlichen Studie des Zentrums für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) gegeben. Die aktuell noch laufende wissenschaftliche Umfrage mit dem Forschungstitel Umfrage Konsumgewohnheiten und Motive von E-Zigarettenkonsumenten in Deutschland gibt schon jetzt großen Aufschluss darüber, dass einer öffentlichen Diskussion über einen vermeintlichen Gateway-Effekt durch E-Zigaretten, die von meinungsmachenden Medien ohne jede kritische Reflexion aufgenommen wird, jede faktische Grundlage fehlt. Die Erkenntnisse der ZIS-Studie basieren auf einer umfassenden Online-Umfrage unter E-Zigaretten-Konsumenten, deren Bearbeitung etwa 20 Minuten beträgt.

Rauchstatus aller bisheriger Umfrageteilnehmer

Ursprüngliches Ziel war es, 1000 Dampfer zu einer Teilnahme zu bewegen. Diese Teilnehmerzahl wurde aber mit 3900 bereits weit übertroffen. Aufgrund fehlerhafter Daten bzw. nicht vollständig ausgefüllter Fragebögen könnten etwa 15% der Daten leider nicht ausgewertet werden. Damit beziehen sich die Erkenntnisse der Universität Hamburg auf rund 3300 Datensätze, was durchaus beachtlich ist und die Erwartungen weit übertroffen hat. Im Zwischenbericht konnten nun erstmalig schon einige Ergebnisse auf der Tabakkontroll-Konferenz präsentiert werden. Diese, die für Experten längst nicht verwunderlich sind, stehen einer müßigen E-Zigaretten-Gateway-Diskussion gegenüber, die immer wieder auch von politischen Gegnern der elektrischen Zigarette angeheizt wird:

91% der Umfrageteilnehmer sind Umsteiger, also Ex-Raucher, die – zu ihrem eigenen Wohle – auf die in ihren Augen weniger schädliche Alternative umgestiegen sind. Das Durchschnittsalter der Umsteiger liegt bei knapp 41 Jahren. In Ihrer rund 22-jährigen Raucherkarriere haben sie im Schnitt 27 Zigaretten am Tag geraucht. Also mehr als eine Schachtel täglich. 90 Prozent der Umsteiger wechselten innerhalb von 4 Wochen vollständig von der Tabak- auf die Elektro-Zigarette. Zuvor hatten 46% der E-Zigaretten-Umsteiger bereits erfolglos Nikotinersatzpräparate probiert. Die allermeisten dieser Ex-Raucher, genauer gesagt beachtliche 93%, können es sich nicht vorstellen, in Zukunft wieder Tabak zu rauchen.

8% der Dampfer, die an der Online-Umfrage der Universität Hamburg teilgenommen haben, konsumieren parallel E-Zigaretten und herkömmliche Tabakzigaretten. Sie werden im Folgenden und wie auch in der Studie Duale Konsumenten genannt. Ihr durchschnittliches Alter liegt bei rund 40 Jahren. Sie haben im Schnitt 23 Jahre lang täglich geraucht und dabei 14 Glimmstängel verqualmt. 47% der Dualen Konsumenten machten in der Vergangenheit Erfahrung mit Nikotinersatzprodukten. Seit dem Konsum von Elektro-Zigaretten rauchen 96% von Ihnen weniger Tabakprodukte und 80% benutzen die E-Zigarette seither überwiegend. 69% der Dualen Konsumenten äußern den Wunsch, den Tabakkonsum in Zukunft ganz zu beenden.

Dampfer-Typen: Umsteiger und Duale Konsumenten

Die absolute Minderheit bilden mit 1% aller Umfrage-Teilnehmer die Neueinsteiger sind, also zuvor nicht rauchten. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 35,5 Jahren. Von den neu eingestiegenen Dampfern gab nur eine einzige befragte Person an, seit dem E-Zigaretten-Konsum auch zu herkömmlichen Tabakprodukten gegriffen zu haben. Für alle anderen ist das zukünftige Rauchen von Tabakzigaretten undenkbar und ausgeschlossen.

E-Zigaretten Neueinsteiger: Kein E-Zigaretten Gateway ersichtlich

 

Fazit: Keinerlei Beweise für Gateway-Hypothese – E-Zigaretten für Nichtraucher uninteressant

Die Forschungsarbeit vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg zeigt wohl eines ganz deutlich: Die immer wieder von extremen Gegner aufgebrachte Diskussion über elektrischen Zigarette im Zusammenhang mit einem Gateway-Effekt entzieht sich jeder faktischen und sachlichen Grundlage. Es liegen mittlerweile eine Vielzahl anerkannter internationaler Studien vor, die das gleiche Bild zeichnen, wie die zum gegenwärtigen Zeitpunkt gemachten Forschungsergebnisse des Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg. Die Umfrageauswertung lässt keinerlei Rückschlüsse darauf zu, dass das Dampfen von E-Zigaretten zum Rauchen von herkömmlichen Zigaretten verleitet. Auch eine besondere Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, die E-Zigaretten-Gegnern immer wieder gerne als Totschlagargument gegen die Elektro-Zigarette benutzen und reißerisch propagieren, lässt sich nicht bestätigen. Stattdessen zeigt sich anhand der Zahlen das genaue Gegenteil: Lediglich 0,12% aller Umfrageteilnehmer, waren – bei einer Altersrange zwischen 16 und 18 Jahren – überhaupt unter 18 Jahre alt, und schlagen damit kaum zu Buche. 0,03% aller Umfrageteilnehmer in dieser Altersgruppe hatten nie zuvor geraucht. Das entspricht einer einzigen Person. Alle anderen waren in ihren jungen Jahren bereits Raucher, bevor sie auf die weniger schädliche Alternative umgestiegen sind.

Insgesamt zeigt sich anhand der Studie der Universität Hamburg, dass das Dampfen von E-Zigaretten für Nichtraucher unattraktiv ist. Die allergrößte Mehrheit, nämlich 91% aller dampfenden Umfrageteilnehmer, haben eine langjährige und intensive Raucherkarriere hinter sich. Sie erhoffen sich, dass sie mithilfe des Umstiegs auf die E-Zigarette irgendwann sogar ein komplett tabakfreies Leben leben werden.

Wie sehen Sie die Diskussionen über einen vermeintlichen Gateway-Effekt durch E-Zigaretten? Und erkennen Sie sich als Dampfer in den bislang veröffentlichen Studienergebnissen der Uni HH wieder? Ihre Mr-Smoke-Redaktion freut sich über Ihren Kommentar!

Infografik zur Dampferumfrage der Uni HH

von jv|18. Dezember 2015|4 Kommentare
4 Kommentare
  1. Wolfgang Hutzl 21. Dezember 2015 at 14:49 - Antworten

    Die Studie der Universität Hamburg ist soll ja nicht relevant sein, da laut Dr. Pötschke-Langer alle Teilnehmer Lobbyisten sind und bezahlt wurden!
    Der müsste einer mal so richtig aufs Dach steigen.

    • jv 23. Dezember 2015 at 16:58 - Antworten

      Ja, das ist schon eine große und sehr ungerechte Unverschämtheit, so etwas in die Welt zu setzen. Aber uns wundert mittlerweile leider schon gar nichts mehr, was die permanente ungerechtfertigte Negativpropaganda bestimmter Herrschaften angeht!
      Beste Grüße aus HH!

  2. Antilles 20. Mai 2016 at 16:28 - Antworten

    Tja das ist aber einfach mal die einzige logische Schlussfolgerung für die Frau Doktor-Super-Expertin. Denn wenn sie sich daraufhin nicht selbst belügen und erkennen würde , das sie nur Jugendliche Tabak-Einsteiger vernachlässigt und in die Zigarettenabhängigkeit getrieben hat, das keine Flut von Nichtrauchern wegen Fruchtaromen zur ungesunden Dampfe greift, nur weils lecker und stylisch ist, das die Gefahr durch die E-Dampfe alle „Erfolge“ der vergangenen Jahrzehnte im Kampf des DKFZ gegen das Rauchen verloren gehen könnten nicht existiert und somit keine noch so noblen Absichten, die Welt vorm neuen Übel zu beschützen, entschuldigen können das die erste wirkliche Möglichkeit innerhalb kürzester Zeit mehr Menschen von der Tabaksucht zu erlösen als es seit der Gründung des DKFZ je für machbar erhofft wurde … Tja Frau Doktor, sie hätten tausenden das Leben retten können … als die führende Expertin zur Gesetzfindung der Bundesregierung lag es in Ihrer Verantwortung zu forschen und Risiko gegen Nutzen abzuwägen … sie hatten die nicht das Recht für Ihren gewohnten Kurs , fahrlässigen Massenmord zu begehen , das wird Ihnen klar. Daher sind wir entweder die wenigen Leute, die trotz ihrer Lügen überleben konnten und drohen, der lebendige Beweis für Ihre fatale Inkompetenz zu werden oder eben bezahlte Lügenkomandos der ach so mächtigen E-Cig-Industrie, welche aus dm Schatten heraus plant den Markt der Tabak & Pharma-riesen zu übernehmen…. was immer Sie besser schlafen lässt Frau Pötschke Langer……

  3. Hans -Joachim Hohenssee 27. November 2016 at 14:13 - Antworten

    Na ja ist schon Interessant Dampfen, ich finde gut, das Jugendschutz betrieben wird die TPD2 ist gar nicht so krass. Klar Übertreiben die da, doch es wird nicht so Heiß gegessen wie es Gekocht wird, geschieht halt viel die letzten Jahre wird nooch andauern doch ist gut das Menschen sich damit auseinander setzen. Die Jugend wird Bewahrt so gut es geht, die haben Zahlen zu Bieten die sehr Positiv sind weniger Junge Leute Rauchen das ist ihr ziel, weiter so. Ich hoffe das alle Entscheidungen um das Dampfen auch im Blick auf die Älteren Mitmenschengetroffen werden die noch Raucher sind und mit dem Dampfen Erstmals eine Realistische Chance hhaben miit dem Rauchen auf zu hören, ich bin so jemand der seit dem 29.09.16 nicht mehr Raucht und ich weiß das ich das Ohne meinen E Dampfer nicht geschafft hätte.

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