Gerade erst hat eine US-Studie des Penn State College of Medicine untermauert, dass die E-Zigarette deutlich weniger abhängig macht als herkömmliche Nikotinzigaretten. Auf diesem Hintergrund werden nun sicherlich wieder einige Raucher den Umstieg auf die eniger schädliche elektronische Variante wagen. Damit Sie allerdings von ihren ersten Versuchen nicht abgeschreckt werden, sollten Sie sich besser bereits im Vorfeld mit der richtigen Zugtechnik beim Dampfen auseinandersetzen – sie ist nämlich nicht identisch mit dem Rauchen von Zigaretten.

Dampfen vs. Rauchen: die wichtigsten Unterschiede

Zwischen dem Dampfen und dem Rauchen liegen Welten – und das nicht nur wegen des fehlenden Verbrennungsprozesses. Abgesehen von Menthol-Zigaretten sind Pyros mit Aroma eher unüblich. Die meisten Raucher kennen lediglich den charakteristischen Tabak-Geschmack ihrer Zigarette. Beim Dampfen hingegen gibt es neben Liquids mit Tabakgeschmack eine Vielzahl unterschiedlichster Geschmacksrichtungen. Gelangt der Dampf in den Mund, so können diese Aromen von der Zunge nicht vollständig erfasst werden, da sie ja lediglich die verschiedenen Geschmäcker unterscheiden, jedoch nicht genauer differenzieren kann. Die Details des Aromas werden erst deutlich, wenn der Dampf in die Nase gelangt, die deutlich feinfühliger darauf reagiert. Verantwortlich für die Aufnahme des Geschmacks sind die Riechepithel, die im obersten Nasengang angesiedelt sind. Essentiell ist es deshalb beim Dampfen, dass der Dampf in die Nase dringt, was beim Raucher mehr optional ist – die meisten Raucher atmen den Rauch über die Mundhöhle wieder aus.

Ein weiterer Unterschied ist die Art des Nikotins. Bei der Tabakzigarette liegt es in seiner reinen Form vor, weshalb es durch das Einatmen des Rauchs sofort seine volle Wirkung, seinen Flash, entfalten kann. Das Verlangen nach Nikotin wird beinahe sofort befriedigt, da es direkt im Gehirn ankommt. Bei der E-Zigarette hingegen ist das Nikotin im Liquid gelöst. Gelangt es in Form des Dampfes in den Körper, muss es erst einmal umgesetzt werden. Der Zug des Dampfers erfolgt daher deutlich langsamer und es dauert länger, bis der Flash schließlich ankommt.

Zu hastiges Ziehen = unerwünschte Nebenwirkungen

Der Raucher möchte sein Bedürfnis möglichst schnell stillen und zieht deshalb oft sehr stark und in kurzen Abständen an seiner Zigarette. Versuchen Einsteiger mit der E-Zigarette genauso zu ziehen, endet dies vielleicht in einem Hustenanfall. Allerdings hat das falsche Dampfen einer E-Zigarette noch weitere Folgen, wenn man es damit übertreibt:

  • trockener Mund
  • Kopfschmerzen
  • leichet Übelkeit

Der trockene Mund rührt daher, dass Liquids aufgrund der Inhaltsstoffe die Schleimhäute austrocknen können. Abgesehen davon, dass dieser Effekt für Umsteiger anfänglich ein wenig ungewohnt ist, verstärkt er sich, je heftiger man an der E-Zigarette zieht. In diesem Fall reicht es allerdings schon, anfänglich mehr zu trinken, um die Schleimhäute ausreichend zu versorgen.

Die restlichen Symptome hingegen gehen auf eine Überdosierung des Nikotins zurück. Dies ist zwar nicht gefährlich, sorgt aber für Unwohlsein. Diese kurzfristigen Symptome kurieren Sie am besten mit einer Dampfpause, reichlich Wasserzufuhr und etwas Ruhe. Sie sind allerdings ein deutliches Anzeichen dafür, dass Sie die E-Zigarette (noch nicht) richtig dampfen.

Zugtechnik beim Dampfen: die wichtigsten Tipps

Damit Sie gleich von Anfang an in den vollen Genuss Ihres Liquids kommen, sollten Sie die folgenden Tipps für die richtige Zugtechnik beim Dampfen beachten:

  • Damit der Dampf in der E-Zigarette erzeugt wird, müssen Sie den Feuerknopf betätigen. Anstatt ihn aber erst zu drücken, wenn Sie das Mundstück bereits im Mund haben, drücken Sie ihn bereits ein bis zwei Sekunden vorher. Der Verdampfer kann dadurch vorglühen und es wird mehr Dampf erzeugt.
  • Als sie angefangen haben zu rauchen, haben Sie wahrscheinlich auch nicht gleich auf Lunge geraucht, sondern erst einmal „gepafft“. Erinnern Sie sich daran, wie es funktioniert – denn beim Dampfen starten Sie genauso. Ziehen Sie zunächst langsam an der E-Zigarette und lassen Sie zu, dass sich Ihr gesamter Mundraum mit dem Dampf füllt. Erst dann ziehen Sie ihn in die Lunge.
  • Durch die Sammlung des Dampfes im Mundraum gelangt bereits eine kleinere Menge in die Nase. Sie nehmen das Aroma viel deutlicher wahr und der Flash tritt deutlicher zu Tage.
  • Atmen Sie den Dampf über die Nase aus. Es reicht, wenn Sie eine kleine Menge über die Nase abgeben, denn bereits dadurch nehmen Sie den Geschmack noch einmal viel deutlicher wahr. Den Rest des Dampfes können Sie auch über den Mund ausatmen.

Tipp für ein besonders intensives Dampferlebnis

Wenn Sie das Aroma Ihres Liquids einmal in voller Gänze wahrnehmen möchten, können Sie es auch einmal umgekehrt versuchen: Atmen Sie den Dampf durch die Nase ein. Das hört sich zwar vielleicht komisch an, funktioniert aber. Und es führt dazu, dass Sie das Aroma Ihres Liquids ohne Umwege und direkt wahrnehmen. Das Dampferlebnis wird dadurch noch einmal viel intensiver. Dies ist zwar nicht die Standardmethode für jeden Tag, ist aber hervorragend geeignet, wenn Sie eine eigene Geschmackskombination beim Mischen von Liquids bis ins kleinste Detail testen möchten.

Nehmen Sie dazu den Dampf zunächst wie gewohnt in den Mund. Lassen Sie ihn dann bei leicht geöffnetem Mund vorsichtig entweichen und ziehen Sie ihn durch die Nase und weiter in die Lunge ein. Noch einfacher funktioniert dies, wenn Sie sich die Hand vor den Mund halten, während der Dampf entweicht.

Nachdem Sie jetzt wissen, wie Sie die E-Zigarette richtig „rauchen“ können, steht Ihrem Start in die Welt von Verdampfern und Liquids nichts mehr im Wege.