Die öffentliche Meinung wird schon immer sehr stark von den Medien beeinflusst. Eine Nachricht wird veröffentlicht, von mehr oder minder seriösen Medieneinrichtungen aufgegriffen und geht gedruckt oder online um die Welt. Innerhalb kürzester Zeit tauchen Meldungen weitestgehend unreflektiert auch in den sozialen Netzwerken auf: Facebook und Twitter lassen blitzschnell grüßen. Falschmeldungen und reißerische Schlagzeilen sind dabei an der Tagesordnung.

Auch die E-Zigarette müht sich noch immer mit Vorurteilen und Medien-Mythen ab, die immer wieder darauf abzielen, sie als schädlicher und gefährlicher im Vergleich zur Tabakzigarette darzustellen. Und das, obwohl Wissenschaftler und Experten anhand nachweislicher Studien und verifizierbarer Forschungsergebnisse den Konsum von elektrischen Zigaretten sogar gefördert sehen wollen. Denn, dass das Dampfen die weitaus weniger schädliche Alternative zum Rauchen herkömmlicher Tabakzigaretten ist, wissen sie schon lange. Sie sehen in der E-Zigarette sogar sehr große Potentiale für eine Tobacco harm reduction, was übersetzt Tabakschadensbegrenzung heißt. Laut Expertenmeinung kann der Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen mittel- und langfristig maßgeblich dazu beitragen, das große globale Rauchersterben zu stoppen. Raucher sterben nämlich nicht am Nikotinkonsum, sondern an den giftigen und hochgradig krebserregenden Verbrennungsprodukten, die beim Rauchen von Tabak entstehen. Universitätsprofessor Michael Russell stellte bereits 1976 in einer seiner wissenschaftlichen Arbeiten fest: People smoke for nicotine but they die from the tar. Aber auch Befürworter aus Wissenschaft und Forschung sehen ihre bahnbrechenden Erkenntnisse von falschen Horrormeldungen tagtäglich untergraben.

Einige solcher Falschmeldungen, die besonders umstiegswillige Raucher stark verunsichern und irreführen, gingen aktuell wieder um die Welt bzw. durch die deutschen Gazetten. Diesen Umstand nehmen wir gerne zum Anlass, über einige dieser Irrtümer aufzuklären.

1. Das Märchen vom schädlichen Frostschutzmittel in E-Zigaretten

Schlagzeile: E-Zigaretten schädlich wegen Frostschutzmittel

Im August 2015 veröffentlichte die Apotheken Umschau, übrigens eines der auflagenstärksten Ratgeber-Magazine Deutschlands, einen Beitrag mit dem Titel E-Zigaretten: Nur Nichtrauchen ist völlig sicher. So weit, so gut: Eine Aussage, die wir genau so durchaus unterschreiben. Auch das Magazin, das sich mit Themen rund um Medizin und Gesundheit beschäftigt, hält zunächst fest, dass Elektro-Zigaretten Gesundheitsschäden bei Rauchern verhindern können. Es klärt auf, dass bei E-Zigaretten im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten kein Tabak verbrennt. Tabak sei der schädliche Hauptverursacher für negative gesundheitliche Folgen, die durch das Rauchen auftreten. Das Verbrennen von Tabak setzt, laut Apothekenumschau, hunderte von Substanzen frei, die nachweisbar für das das Entstehen von Lungen-, Gefäß- und vielen weiteren Erkrankungen verantwortlich sind. Bei E-Zigaretten hingegen verdampfe eine nikotinhaltige Flüssigkeit, die mittels Strom erhitzt wird. Schädliche Verbrennungsprodukte kommen hierbei nicht zustande.

Zunächst einmal ein durchaus positives Resümee, säße die Apotheken Umschau nicht schon ein paar Sätze weiter einem großen Irrtum auf, der bis heute sehr gerne von E-Zigaretten-Gegnern ‚benutzt‘ wird: Das Märchen von dem angeblich im E-Zigaretten-Liquid enthaltene, hoch schädliche Frostschutzmittel!

schädliches Frostschutzmittel in E-Zigaretten-Liquids

Eine Horrormeldung, die alles Positive in Bezug auf die elektrische Zigarette umgehend in den dunkelsten Schatten stellt. Hätte sich der Autor auch nur einer 5-minütigen Recherche bemüht, wäre ihm aufgefallen, welchen fatalen Unsinn er schreibt beziehungsweise zitiert.

Ein paar aufklärende Worte zum hartnäckigen Frostschutzmittel-Irrtum:

Leider wird immer mal wieder fälschlicherweise publiziert, bei dem im Liquid enthaltenen Propylenglykol handele es sich um gesundheitsschädliches Frostschutzmittel. Das ist schlicht falsch! Propylenglykol, kurz PG genannt, ist ein vielseitig genutzter geruchs- und geschmackloser Stoff. Mit diesem Stoff kommen wir täglich in Berührung. Wir nehmen ihn sogar täglich zu uns, ohne dass wir uns darüber bewusst wären!

Propylenglykol dient in Lebensmitteln und Getränken als Geschmacksträger und als Verdickungsmittel. In Kosmetikartikeln, die wir alle benutzen, seien es Duschzeug, Cremes oder Zahnpasta, bindet das PG Öle und Wasser miteinander. Bei diesem Propylengykol, das in E-Zigaretten-Liquids den Geschmack intensiviert, handelt es sich um ein pharmazeutisches Erzeugnis. Es unterliegt strengsten Qualitäts- und Hygienevorschriften. Für Mensch und Tier ist pharmazeutisches PG völlig unbedenklich und nicht schädlich. Von einer toxischen Wirkung, die mitunter unterstellt wird, kann schon gar keine Rede sein.

Es gibt zwar auch industrielles Propylenglykol, ein Stoff, der unter anderem bei der Produktion von Frostschutzmittel zum Einsatz kommt, dieses ist aber NICHT mit dem pharmazeutischen Propylenglykol zu verwechseln.

Die Unbedenklichkeit von Propylenglykol stellte der renommierte Universitäts-Professor Dr. Bernd Mayer (Universität Graz) in seinem Gutachten über die Pharmakologie und Toxikologie einer Elektrischen Zigarette zur Raucherentwöhnung übrigens schon im Jahr 2006 fest.

2. E-Zigaretten-Konsum führt zu einem Gateway-Effekt

Dampfen von E-Zigaretten verleitet zum schädlichen Rauchen?

DIE ZEIT widmete sich ebenfalls im August eindringlich der E-Zigarette mit Fokus auf die Themen Jugendschutz und Gateway-Effekt. Unter Gateway-Effekt versteht man, ganz einfach ausgedrückt, die Annahme, dass das Dampfen von E-Zigaretten Nichtraucher und Jugendliche dazu verleite, mit dem Rauchen von Tabakzigaretten anzufangen.

Der aktuelle ZEIT Artikel wird mit der Überschrift Wer dampft, der mutiert zum Raucher? eingeleitet. OK, warum nicht? Der Titel macht schon mal neugierig. Und nicht zuletzt handelt es sich dabei um eine Fragestellung, mit der auch wir von Mr-Smoke uns intensiv beschäftigen und uns für eine entsprechende Regulierung der elektrischen Zigarette stark machen. Wie die meisten seriösen Fachhändler achten wir freiwillig und ganz ohne gesetzliche Vorschrift, die allerdings schon in Planung ist, darauf, dass Minderjährige keine E-Zigaretten oder nikotinhaltige E-Liquids erwerben können. Wir haben weder ein Interesse an einer jugendlichen Zielgruppe, noch an Einsteigern, die nie zuvor geraucht haben. Erreichen wollen wir jene, die den Wunsch haben, mit unseren Produkten vom Glimmstengel weg zu kommen. Also die Umsteiger, die bestenfalls sogar ein gänzlich nikotinfreies Leben anstreben!  

Jugendliche und Nikotinsucht

E-Zigaretten schädlich für Teenager

Gerade weil wir aber Experten auf dem Gebiet sind, wundert es uns sehr, zu welchem Ergebnis DIE ZEIT kommt bzw. dass sie im Grunde zu gar keinem Ergebnis kommt. Stattdessen flattert sie, wie das Fähnchen im Wind, traut sich nicht, Beweise stärker zu gewichten als bloße Hinweise.

So stellt die Autorin des Artikels zum Beispiel zuerst richtig fest, dass es “keine repräsentativen Daten [gibt], die belegen, dass E-Zigaretten bei Jugendlichen den Einstieg zum Rauchen von Zigaretten fördern”. Quellen zu Studien, die belegen, “dass zumeist Raucher oder ehemalige Raucher zu E-Zigaretten greifen”, werden ebenfalls angeführt und benannt. Aber schon im nächsten, von der Verfasserin zitierten Satz, kommt es zur entscheidenden, vermeintlichen Revision des Gesagten. Denn nun schreibt sie, dass sich Hinweise auf Dampfen als Einstieg zur Nikotinsucht mehrten. Oh, so plötzlich? Und welche ‚Hinweise‘ sollen dies denn genau sein? Die Antwort auf diese Frage bleibt trotz vermeintlicher Quelle leider offen!

Gateway-Effekt durch E-Zigarette

Wie gesagt, auch wir möchten und fördern, dass Jugendliche geschützt werden, und wollen nicht, dass Jugendliche Dampfer werden oder zum Raucher mutieren. Für uns liest es sich allerdings befremdlich, dass zum Beispiel aus wissenschaftlichen Datenerhebungen erworbenes Faktenwissen scheinbar gleich bewertet wird wie wenig aussagekräftige ‚Hinweise‘. Zumal viele dieser unfundierten Kommentare oder Meinungsäußerungen von notorischen E-Zigaretten-Gegnern in den Raum geworfen werden. Statt einen Beleg für diese Annahme zu liefern, windet man sich mit Konjunktiven um wirklich konkretes: „Man nimmt an…“, Es könnte sein, dass …“, „Eventuell sogar schädlicher …“, „Möglicherweise, vielleicht besteht die Gefahr …“ oder eben auch „Hinweise mehren sich, dass …“. Alles in allem: Nichts genaues, man weiß es nicht. Kann man da nicht einfach mal, auch schon aus Respekt vor Wissenschaftlern und Forschen, die sich ernsthaft mit dem Thema E-Zigarette auseinandersetzen, auf unqualifizierte Kommentare verzichten?

Fakt ist nämlich, dass es in Bezug auf die E-Zigarette bis heute weder Studien, noch Umfragen, noch neueste Forschungsergebnisse gibt, die einen ‘Gateway-Effekt’ belegen könnten. Im Gegenteil! Auch eine parallel zum DIE ZEIT Artikel veröffentlichte Studie von Pulic Health England widerlegt diese Annahme nachdrücklich: “There was no suggestion that the products were a gateway into tobacco smoking, with less than 1% of adults or young people who had never smoked becoming regular cigarette users.”

Leider stürzen sich Medien, selbst wenn es um den sehr positiven Kontext der Tabakschadensbegrenzung geht, auf Irrtümer und Mythen rund um den Konsum von E-Zigaretten und das Dampfen im Allgemeinen. Auch Medien sollten sich für eine verantwortungsvolle Berichterstattung stark machen. Erst recht, wenn es gewissermaßen um Leben und Tod geht. Stattdessen führen bedrohlich klingende Schlagzeilen, die suggerieren, elektrische Zigaretten seinen giftig, schädlich oder sonstwie gefährlich, zu einer starken Verunsicherung bei Menschen, die sich ihres persönlichen Wohlergehens zuliebe für den Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen entscheiden wollen. Denn, mit Verlaub, wer möchte alternativ zur giftigen Tabakzigarette schon E-Zigaretten mit giftigem Frostschutzmittel dampfen? Wohl niemand!

Wie sehen Sie die Berichterstattung zur E-Zigaretten in den deutschen Medien? Ihre Redaktion von Mr-Smoke freut sich auf Ihre Kommentare!