© istock.com/baona

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Es spielt keine Rolle, wie lange Sie wegfliegen möchten – eine Tasche oder einen Koffer für das Handgepäck werden Sie immer brauchen. Dabei können Sie aber nicht frei entscheiden, was Sie in welcher Menge mitnehmen – die Fluggesellschaften haben für das Handgepäck genaue Vorschriften und überprüfen, ob sie auch eingehalten werden. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihre Tasche packen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Handgepäck: Was darf rein und was nicht?

Grundsätzlich gilt: Was nicht verboten ist, dürfen Sie im Handgepäck mit ins Flugzeug bringen. Seit dem 6. November 2006 bestimmt die seitens der EU erlassene „Verordnung über die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck“ darüber, was ins Gepäck darf und was nicht. Diese Regelung führt dazu, dass Sie im Handgepäck Flüssigkeiten nur in sehr eingeschränktem Maße mitführen dürfen.

© istock.com/Izabela Habur

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Hierzu müssen sollten Sie folgende Handgepäckbestimmungen kennen:

  • Flüssigkeiten dürfen Sie nur bis zu einer maximalen Verpackungseinheit von 100 ml mitnehmen.
  • Alle Flüssigkeiten müssen zusammen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit einem Fassungsvolumen von maximal einem Liter aufbewahrt werden.
  • Jeder Passagier darf nur einen dieser Beutel mit sich führen.

 

Tipp: Als Beutel können Sie einen herkömmliche Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss verwenden oder in der Drogerie nach speziellen Beuteln für das Handgepäck fragen. Ebenfalls in der Drogerie erhalten Sie von den gängigsten Herstellern bestimmte Flüssigkeiten wie Shampoo in kleinen Reisegrößen, die den Handgepäckbestimmungen entsprechen.

Handgepäck Checkliste: Was darf mit?

Da diese und weitere Regelungen immer wieder zu Problemen führen, haben wir in der folgenden Handgepäck Checkliste die Gegenstände aufgelistet, die oft Fragen hervorrufen:

  • Führen Sie im Handgepäck Kosmetik mit sich, müssen Sie für jedes Produkt die 100 ml-Grenze einhalten. Dies gilt z. B. für Shampoo, Bodylotion, Zahnpasta, Lippenstift, Wimperntusche oder auch Eyeliner. Kein Problem sind hingegen nicht-flüssige Produkte wie Puder oder Lidschatten.
  • Transportieren Sie im Handgepäck ein Deo, ist dies ebenfalls kein Problem. Produkte, die sich in Druckbehältern befinden, dürfen mit einem Füllvolumen von bis zu 100 ml mitgebracht werden.
  • Es spricht nichts dagegen, Essen und Lebensmittel im Handgepäck mitzunehmen. Sind sie allerdings flüssiger Natur (z. B. Joghurt), gilt wie gehabt die 100 ml-Grenze und die Aufbewahrung im transparenten Beutel ist Vorschrift.
  • Parfum darf ebenfalls bis zu einer Menge von 100 ml im Handgepäck landen.
  • Findet das Sicherheitspersonal im Handgepäck ein Feuerzeug mit Benzinfüllung, wird es problematisch. Ungehindert passieren können Sie die Kontrollen hingegen mit einem herkömmlichen Einweg-Feuerzeug.
  • Möchten Sie im Handgepäck einen Rasierer mitnehmen, müssen Sie differenzieren. Elektrisch betriebene Trockenrasierer sind kein Problem. Nassrasierer und Einwegrasierer, die mit richtigen Rasierklingen verwendet werden, sind dem Sicherheitspersonal oft ein Dorn im Auge.
  • Alles, was sich als Waffe eignet, darf in Handgepäck und Handtasche nicht mitgeführt werden. Dies gilt beispielsweise für Scheren oder Taschenmesser mit einer Klingenlänge ab 6 cm, Waffen und Patronen, Totschläger, Waffenattrappen, Spritzen, Nagelfeilen und Dartpfeile.
  • Im Handgepäck sind Medikamente erlaubt, sofern sie vom Arzt verschrieben wurden oder nicht der Verschreibungspflicht unterliegen. Dies gilt natürlich auch für Diabetiker, die Insulin mitführen müssen. Eine Mengenbeschränkung sehen die Handgepäck Vorschriften diesbezüglich nicht vor.
  • Spezialnahrung, zum Beispiel Brei oder Milch für ein Baby, darf ohne Mengenbeschränkung mitgeführt werden.
  • Gasbehälter (z. B. Farbsprühdosen) sind im Flugzeug tabu.

Eine Ausnahme bilden Duty-Free-Artikel, die Sie nach dem Check-in gekauft haben. Sie sind unabhängig von der Menge von dem Transportverbot für Flüssigkeiten im Flugzeug ausgenommen.

Die E-Zigarette im Flugzeug: Erlaubt oder verboten?

Als Raucher von E-Zigaretten fragen Sie sich sicherlich, ob Sie die E-Zigarette im Flugzeug oder im Handgepäck mitführen dürfen. Hierzu empfehlen wir Ihnen, sich im Vorfeld genau bei Ihrer Fluggesellschaft zu informieren. Das Konsumieren der E-Zigarette im Flugzeug ist bei den meisten Fluggesellschaften schlichtweg verboten. Es gibt zwar kein gesetzliches Verbot, das in den Rauchergesetzen verankert ist, die Airlines berufen sich dabei aber auf ihr Hausrecht.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die E-Zigarette im Handgepäck mitzuführen, da die Liquids weniger als 100 ml Flüssigkeit umfassen. Problematisch können allerdings die Hochleistungsakkus der E-Zigaretten werden – manche Airlines verbieten es, die Akkus mit in das Flugzeug zu nehmen. Der Konsum am Flughafen kann unter Umständen ebenfalls problematisch werden, zumal die elektronische Zigarette leicht mit dem echten Glimmstängel verwechselt werden kann. Suchen Sie deshalb zur Sicherheit besser die ausgewiesenen Raucherbereiche auf oder fragen Sie beim Personal nach, ob der Konsum überall erlaubt ist.

+++Update: Nach Beschluss der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in Montreal vom  15.06.2015 dürfen E-Zigaretten nur noch ausschließlich im Handgepäck transportiert werden+++

Mehr Informationen zur E-Zigarette im Urlaub finden Sie in unserem Magazin Beitrag „Reisen mit E-Zigarette: Tipps für den Urlaub“.

Das zulässige Gewicht für das Handgepäck

© istock.com/Vaara

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Beim Packen sollten Sie auf die richtigen Maße und das Gewicht Ihres Handgepäcks achten. Geben Sie beispielsweise Ihr Handgepäck bei Ryanair auf, darf das Gewicht 10 kg nicht überschreiten und höchstens die Maße 55 x 40 x 20 cm aufweisen. Zusätzlich dürfen Sie eine Handtasche mitführen. Diese Handgepäck Vorschriften variieren aber je nach Airline. Bei Condor darf das Handgepäck nur 6 kg wiegen, dafür dürfen Sie zusätzlich eine Handtasche, ein Laptop oder einen Regenschirm mitbringen. Bei EasyJet hingegen gibt es keine Gewichtsbeschränkung, Sie dürfen aber keine zusätzliche Handtasche zum Handgepäck dabei haben.

Ihr persönliches Notfall-Kit: Was im Handgepäck nicht fehlen sollte

Sollte Ihr Koffer auf dem Flug zum Zielort verloren gehen, müssen Sie für alle Fälle gerüstet sein. Ihr Handgepäck ist deshalb auch Ihr Notfall-Kit. Ehe Sie also Ihr Lieblingsbuch oder den MP3-Player einpacken, sollten besser folgende Gegenstände auf Ihrer Packliste stehen:

  • Reisepass/Personalausweis
  • Geldbörse mit ausreichend Geld für den Notfall und einer Kreditkarte
  • Mobiltelefon und Ladegerät
  • dringend benötigte Medikamente
  • Flugticket und weitere Buchungsunterlagen (z. B. für Hotel, Schiff, Bahn)
  • die wichtigsten Toilettenartikel (z. B. Zahnbürste und Zahnpasta, ein Paar Ersatz-Kontaktlinsen, Shampoo, Kamm, ein Satz Unterwäsche)

Sei schlau, pack genau!

Es lohnt sich, beim Packen des Handgepäcks genau zu arbeiten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, den Stauraum in Ihrem Handgepäck so gut wie möglich auszunutzen:

  1. Packen Sie zuerst die wichtigsten Gegenstände und Unterlagen ein. Den verbleibenden Raum füllen Sie dann mit den unwichtigeren Dingen.
  2. Sorgen Sie dafür, dass Sie den Beutel mit den Flüssigkeiten sowie Ihr Notebook, sofern eingepackt, gut erreichen. Sie werden sie bei den Flughafenkontrollen vorzeigen müssen.
  3. Verstauen Sie Ihren Ausweis und Ihr Flugticket in einer Außentasche, um sie bei den Kontrollen sofort parat zu haben.
  4. Rollen Sie Kleidung eng zusammen oder vakuumieren Sie sie mithilfe spezieller Vakuum-Beutel, um Platz zu sparen.
  5. Ziehen Sie die schwersten Kleidungsstücke an und packen Sie die leichtesten in das Handgepäck. Da es im Flugzeug ohnehin immer ein wenig kühl ist, können Sie auch mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen.
  6. Stopfen Sie jede noch so kleine Ritze im Koffer mit kleinen Gegenständen aus.

Wenn Sie dann noch ein wenig Platz im Handgepäck übrig haben, können Sie einige kleine Helfer einpacken, um den Flug etwas angenehmer zu gestalten. Mit einem gekrümmten Nackenkissen vermeiden Sie unangenehme Genickstarren nach einem kleinen Nickerchen. Die platzsparende Alternative ist ein aufblasbares Kissen. Neigen Sie zu schweren Beinen, können Sie mit Cremes gegen müde Beine nachhelfen. Haben Sie hingegen mit dem Druckausgleich bei Start und Landung Schwierigkeiten, denken Sie daran, Kaugummi mitzunehmen.

Mit all diesen Tipps rund um das Handgepäck sind Sie perfekt für Ihre nächste Flugreise gewappnet. Wir wünschen Ihnen viel Spaß im Urlaub oder auf der nächsten Dienstreise!